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05.08.2019

Unternehmen wie Uber nutzen Suchanfragen/SERPs als Ausgangslage für Marktentscheidungen

Viele Unternehmen stützen ihre Marktentscheidungen mittlerweile auf Suchvolumina von Nutzeranfragen in Suchmaschinen oder Apps. Dabei schauen sie gezielt auf die aktuellen Interessen, Bedürfnisse und Ansprüche ihrer Kunden, die sich direkt anhand der Suchanfragen erkennen lassen. Auch das Fahrdienstunternehmen Uber bedient sich solcher Prinzipien. Doch wie genau sehen die Zusammenhänge aus? Aus welchen Gründen muss sich speziell Uber auf diesem Weg neu positionieren? Und welche weiteren Beispiele für Branchen gibt es, die ihre Strategie unter anderem auf Suchmaschinendaten aufbauen? Diesen Fragen gehen wir im folgenden Artikel nach.

 

Das Geschäftsmodell Uber

Uber ist ein US-amerikanisches Vermittlungsunternehmen für Taxen sowie Privatfahrten. 2009 ursprünglich als Limousinenservice gegründet, besitzt das Unternehmen heute mannigfaltige Alternativangebote. Die Gründer Garrett Camp und Travis Kalanick (heutiger CEO) starteten das Projekt in San Francisco. Seither kamen breitgefächerte Erweiterungen des Fahrservice hinzu. Die Vermittlung erfolgt über die App oder die Website, auf der man sich sowohl als Fahrer als auch als Gast registrieren kann. Dabei erhebt das Unternehmen eine Provision von etwa 25% des Fahrpreises.

 

Uber App

 

Wie sieht Uber in Deutschland aus? In Deutschland ist Uber aktuell in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Leipzig und Stuttgart vertreten. Zumeist wird in den Städten jedoch nicht das gesamte Sortiment der Services angeboten.

Und warum wurde Uber verboten? Uber geriet recht schnell in das Kreuzfeuer so mancher Kritik. Laut der New York Times gilt die Unternehmenskultur als hemmungslos. Darüber hinaus stößt Uber mit seinem Geschäftsmodell vor allem in Deutschland an rechtliche Grenzen. Im Mai 2015 stellte Uber seinen Service UberPop in Deutschland ein, da zuvor mehrere Gerichte beschlossen, dass die Voraussetzungen des Dienstes zu viele Lücken aufweisen, gegen Prinzipien des Personenbeförderungsgesetz (PBefG) verstoßen und somit den Wettbewerb falsch beeinflussen.

 

Nutzeranfragen als Basis für Marktentscheidungen

Auf Basis der vielen Kritik und des Umstandes, dass Uber zwischenzeitlich Services einstellen musste, gilt es für das Unternehmen, Initiative zu ergreifen, um sich wieder deutlich auf dem deutschen Markt zu positionieren und den Nutzerbedürfnissen nachzukommen.

Dabei stellen SERPs (Search Engine Result Pages) eine nennenswerte Möglichkeit dar, um sich an den Vorstellungen und Ansprüchen möglicher Kunden zu orientieren. Mithilfe der Plattform answerthepublic.com, aber auch mit den Google-eigenen Suggest-Funktionen (Googles Suchvorschläge bei Eingaben von Begriffen), lässt sich schnell herauslesen, welche Fragen sich User in Bezug auf Uber in Suchmaschinen stellen:

      • Das Uber Prinzip
      • Die Uber App
      • Wann Uber in Deutschland?
      • Warum Uber ist Uber so günstig?
      • Warum Uber verboten?
      • Warum ist Uber so erfolgreich?
      • Uber wer darf fahren?
      • Wie Uber Fahrer werden?
      • Wie Uber kontaktieren?

SERPs Google

 

Es wird deutlich: Die Anfrage an die Dienste Ubers ist groß und das Unternehmen ist in Deutschland sowohl gefragt als auch gewünscht. Nutzer scheinen an den günstigen Konditionen und dem Hype, der aus anderen Ländern bekannt ist, interessiert zu sein – ein erster Anreiz für das Unternehmen, sich weiter auf dem deutschen Markt zu positionieren.
Ein wichtiger Schritt besteht also darin, die gängigen Fragen der Kunden zu beantworten und ihren Ansprüchen gerecht zu werden: Angebote neu auszulegen, die firmeneigene Website sowie die App zu modifizieren und mit den richtigen Informationen auszustatten. Ein persönlicher Schritt von Uber ist es demnach natürlich auch, die Negativbewertungen auszugleichen und für positive Wirkung zu sorgen.

 

Google Trends Suchanfragen

 

Deutschlandchef Christoph Weigler äußerte bereits gegenüber der Rheinischen Post:

„Wir haben nachvollzogen, wie oft es Bestellversuche in Städten gibt, in denen es uns nicht gibt. Das waren in Düsseldorf allein in diesem Jahr 150.000.“

Über diese Anfragen lässt sich ein deutlicher Trend beobachten, der Unternehmen wie Uber dazu veranlasst, den jeweiligen Lücken entgegenzuwirken. Die Mengen der Suchanfragen potenzieller Kunden können dabei als vorläufige Garantie dafür gesehen werden, dass es keineswegs erfolglos bleiben würde, Uber in weiteren Städten einzusetzen.

 

Deutsche Großstädte und Suchanfragen in Verbindung mit Uber:

Ein Check bei ahrefs.com ergibt, dass folgende Suchanfragen zu Uber in einigen, größeren deutschen Städten hohe Suchvolumina aufweisen.

Suchanfragen arehfs

 

Erkennbar wird anhand der Höhe der Suchvolumina, dass die Anfrage innerhalb Deutschlands entweder auf Großstädte oder auf Städte Nordrhein-Westfalens konzentriert ist. Ein möglicher Anhaltspunkt wäre dabei die Industrialisierung innerhalb dieser Gebiete sowie der Grad der Urbanisierung. Solche Analysedaten sind für Unternehmen wie Uber von hoher Bedeutung, da sie auf deren Basis eine Kalkulation ihres potenziellen Erfolgs vornehmen können. Auch, wenn Uber noch nicht in Dresden, Bonn oder Nürnberg vertreten ist, ist die Anzahl der Suchanfragen auf diese Städte erkennbar hoch. Diese Daten sind ein hervorragender Anhaltspunkt für den Fahrdienstvermittler, den Bedürfnissen der User in solchen Städten nachzukommen und Uber für die Zukunft, wirtschaftlich erfolgreich, dort einzusetzen.

 

Beispiele für andere Unternehmen, die sich auf SERPs stützen

Suchmaschinendaten können Nutzern sowie Unternehmen nicht nur Informationen, sondern auch Inspirationen bieten. Prototypisch ist dies für die Beautybranche, da Make Up-Trends sowie die Ansprüche der Haut und die Angemessenheit von Farben stark von Jahreszeiten abhängen. Auf Basis mehrerer Suchanfragen lassen sich dabei einzelne Trends hervorheben. So ist der Bedarf an kosmetischen Bräunungsmitteln (z.B. Bronzer) im Winter deutlich höher, während im Sommer wasserfestes oder eher leichtes Make Up erwünscht ist. Das Suchverhalten der Nutzer macht deutlich, dass zumeist Testsieger oder auch Vergleichsberichte im Fokus stehen. Diesen Trends kann sich ein Unternehmen anhand der einzelnen Suchanfragen leicht anpassen.

Aber auch sonstige Aktivitäten, Kleidung, Stimmung – alles variiert mit den Jahreszeiten oder aktuellen Entwicklungen und somit wandeln sich auch die Bedürfnisse der Nutzer. Mithilfe von Google Trends lässt sich so zum Beispiel zeigen, welche Aktivität welchem Keyword in welchen Monaten zugeordnet werden kann. In vielen Branchen bereiten sich Marken auf diesem Weg mindestens auf die Folgesaison vor.

Ein bekanntes Unternehmen, das sich in seiner Produktentwicklung gänzlich auf Suchtrends und Nutzeranfragen stützt, ist die Pflege-Marke Dr. Severin. Gründer Peter Hart erklärte das Erfolgsmodell in einem Interview mit der FAZ:

„Wir schauen nicht: Was passt ins Portfolio? Sondern: Worauf haben die Leute Bock?“

Dafür habe der Betriebswirt laut FAZ einen Algorithmus geschrieben, welcher aus den häufigen Suchanfragen auf Amazon oder bei Google Empfehlungen für neue Produkte erzeuge. Die Umsätze geben ihm Recht, laut eigener Aussage hätten sich alle bisher auf dieser Basis entwickelten Produkte profitabel am Markt etabliert.

 

Suchanfragen Kosmetikbranche

 

Fazit

Nutzeranfragen als Basis für die eigene Marketingstrategie zu verwenden ist für Unternehmen heutzutage unabdingbar, um am Markt wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Die Schnelllebigkeit aktueller Trends – bedingt durch digitale Prozesse, aber auch analoge Faktoren wie beispielsweise Saison- und Jahreszeitenwechsel oder aktuelle Entwicklungen – führt zu heterogenen Ansprüchen der Nutzer. Diese lassen sich sehr deutlich an ihren Suchanfragen ablesen. Somit ist die exakte Ausrichtung an den jeweiligen Anfragen ein Online Marketing Ansatz, um Unternehmen wie Uber & Co. gezielt an den aktuellen Bedarf im Markt anzupassen.

 


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Quellen

https://www.absatzwirtschaft.de/wie-der-fahrdienst-vermittler-uber-endlich-in-deutschland-mit-e-mobilitaet-durchstarten-will-142383/

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/uber-startet-in-duesseldorf-15815825.html

https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/insights/markteinblicke/das-richtige-make-up-zur-richtigen-zeit/

https://trends.google.de/trends/explore?geo=DE&q=%2Fm%2F0gx0wlr

https://de.wikipedia.org/wiki/Uber_(Unternehmen)

https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/die-gruender/dr-severin-mit-intim-aftershave-zum-erfolg-15378540.html