23.11.2018

Arbeit 4.0: Basis und Ergebnis der Digitalisierung

Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Diese Frage ist für Arbeitnehmer und -geber gleichermaßen spannend. Unsere Arbeitswelt unterliegt dem digitalen Wandel und gleichzeitig sind neue Arbeitsformen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitale Transformation in Unternehmen. Betroffen sind die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse sämtlicher Branchen – das Thema ist also für alle relevant. „Arbeit 4.0“ dient dabei als Sammelbegriff für zahlreiche Ideen und Konzepte rund um die Arbeitswelt im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung. Doch warum kommt es überhaupt zu diesem Wandel? Und wie könnte er im Konkreten aussehen?


Inhaltsverzeichnis

Unsere Arbeitswelt wird immer globaler
Neue Technologien = Verlust von Arbeitsplätzen?
New Work: ein neuer Blick auf die Arbeitswelt
Neue Berufe lösen alte ab
Wandel der Beschäftigungsverhältnisse
Flexible Arbeitszeiten
Wechselnder Arbeitsort
Dynamischere Arbeitskulturen
Mitarbeiterfreundliche Arbeitsplätze
Vier Risiken der neuen Arbeitsstrukturen
Potenziale der Arbeit 4.0 für die Digitale Transformation
Fazit

 

Unsere Arbeitswelt wird immer globaler

Produktionsarbeiten werden schon seit Jahren an günstigere Standorte wie China oder Indien ausgelagert. In Zukunft könnten verstärkt auch Wissensarbeiten in solche Länder verlegt werden. Das hat Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt, da Stellen verloren gehen oder die Gehälter sinken könnten. Ebenfalls immer globaler wird der Wettbewerbsmarkt: Für die meisten Unternehmen ist längst nicht mehr nur die lokale oder nationale Konkurrenz von Bedeutung, auch Kooperationen über die Landesgrenzen hinweg kommen immer häufiger vor. Oft kommt es zur Internationalisierung der Wertschöpfungskette oder Projekten zwischen mehreren Unternehmen mit Sitz in unterschiedlichen Ländern. Die Zusammenarbeit findet dabei nur zum Teil persönlich und vorrangig virtuell statt. Wer in der globalen Arbeitswelt mithalten will, sollte sich also dringend mit den neuesten Technologien und digitalen Kommunikationsformen auseinandersetzen.

Arbeit 4.0 Globalisierung

 

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Neue Technologien = Verlust von Arbeitsplätzen?

Wir entwickeln neue Maschinen, effektivere Verfahren und auch die Künstlicher Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch. Angesichts dieser neuen Technologien stellen sich die Fragen: Wird der Mensch in Zukunft noch benötigt? Wird es überhaupt eine Zukunft der Arbeit geben oder sind wir gerade dabei, die Notwendigkeit menschlicher Arbeit abzuschaffen? Bei vielen Leuten führen diese Fragen zu einem Ohnmachtsgefühl und einer Abwehrhaltung gegenüber des Fortschritts.

Wir sollten die Maschinen jedoch nicht als Feind betrachten, sondern als Chance. Roboter können die Beschäftigten entlasten, damit diese sich auf andere Aufgaben konzentrieren können. Ein gutes Beispiel dafür sind Schreibroboter, die im Journalismus zum Einsatz kommen, um einfache Nachrichten zu verfassen. Für die Redakteure bleibt damit mehr Zeit, um investigative Recherchen zu betreiben und ihre Zeit und Energie in aufwendigere Artikel zu stecken. Roboter können auch mögliche Einschränkungen des Menschen ausgleichen. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, könnte dies eine Stärkung des Lokaljournalismus oder von Nischenthemen bedeuten, wofür andernfalls die Kapazitäten in den Redaktionen fehlen würden.

Ähnliches gilt auch für den produzierenden Bereich. Hier werden Menschen und Roboter zunächst nebeneinander in den Produktionshallen arbeiten. Die Aufgabe des Menschen wird sich dabei immer weiter in den Bereich der Kontrolle verlagern. Wir werden eine Vielzahl der Tätigkeiten also nicht mehr selbst ausführen, sondern lediglich überwachen, um im Notfall einzugreifen. Die einzelnen Bereiche von der Konstruktion über die Produktion bis hin zur Logistik werden dabei immer besser digital vernetzt, um die Abläufe noch reibungsloser und effizienter zu gestalten.

Besonders prägend ist auch die fortschreitende Etablierung des 3D-Drucks, dank dem die Produktion einzelner Teile schneller und gleich vor Ort geschehen kann. Dies ermöglicht eine größere Unabhängigkeit und das Zusammenwachsen kreativer und produzierender Arbeitsfelder.

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New Work: ein neuer Blick auf die Arbeitswelt

Der Begriff „New Work“ zeigt an, dass ein neues Zeitalter der Arbeit angebrochen ist. Eingeleitet wird die Epoche durch die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsabläufe. Maschinen übernehmen die Arbeit, die bislang von Menschen verrichtet wurde, also müssen wir uns neue Beschäftigungen suchen. Wir bewegen uns dabei weg von Routinetätigkeiten und hin zu konzeptionellen Aufgaben. Die wichtigste Ware der Zukunft wird die menschliche Kreativität sein. New Work bedeutet, Neues zu schaffen, Innovationen voranzutreiben und zu kooperieren und koordinieren.

Auf psychologischer Ebene fordert New Work zu einer neuen Haltung gegenüber der Arbeit auf. Sie soll nicht länger Gegenpol der Freizeit sein, sondern bildet eine harmonische Einheit mit dem Privatleben. Statt einer ausgewogenen Work-Life-Balance scheint eine vollständige Work-Life-Integration wünschenswert. Die zentralen Werte lauten dabei: Freiheit, Selbstständigkeit und Teilhabe an der Gemeinschaft. Diese Werte werden bisher vor allem von Startups gelebt, sollten aber auch von den großen Firmen mehr Beachtung finden.

Für die Umsetzung fordert das Konzept der New Work neue Arbeitsweisen. Darunter fällt zum Beispiel der Trend zum Home Office, die digitale Arbeit in der Cloud oder das Motto „learning by doing“ anstelle des stupiden Auswendiglernens. Viele dieser Ideen überschneiden sich mit den Trends der Arbeit 4.0. Es handelt sich bei den beiden Begriffen also nicht um gegenläufige Konzepte, sondern sie gehen Hand in Hand miteinander, weshalb es wichtig ist, die Grundsätze der New Work mit in die Überlegungen zur Arbeit der Zukunft miteinzubeziehen.

Teaser Arbeit 4.0

 

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Neue Berufe lösen alte ab

Es lässt sich nicht abstreiten, dass die Digitalisierung einige Jobs überflüssig machen wird. Dafür schafft sie aber gleichzeitig neue Tätigkeitsfelder und eröffnet höchstwahrscheinlich Arbeitsbereiche, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Vor hundert Jahren hätte auch niemand gedacht, dass es irgendwann mal Jobs als Social-Media-Manager, Webdesigner oder SEO-Experte geben wird, doch heute sind dies gängige Berufe. Der Wechsel der Berufe beschleunigt sich jedoch und es kommt immer seltener vor, dass jemand bis zur Rente in dem Betrieb arbeitet, in dem er seine Ausbildung absolviert hat. Die Arbeitnehmer der Zukunft sind also gefordert, sich konstant weiterzubilden und offen für neue Tätigkeiten zu bleiben.

Ein Viertel der Produktion in Deutschland läuft bereits heute voll- oder hoch automatisiert ab (upload-magazin.de).

Für die Zukunft ist daher eine Verlagerung der Arbeitsplätze vom Produktions- zum Dienstleitungsbereich wahrscheinlich. Damit einher geht die Tendenz, dass der Bedarf an monotoner und körperlicher Arbeit abnimmt und stattdessen Wissensleistung umso wichtiger wird. Der Wandel trifft also vor allem gering qualifizierte Arbeitskräfte, die zurzeit Routinearbeiten leisten, die leicht von Robotern oder Algorithmen übernommen werden können.

Soft Skills gewinnen somit zunehmend als zentrale Fähigkeiten für New Work an Bedeutung. Besonders wichtig, um auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft Erfolg zu haben, sind zum Beispiel die folgenden Eigenschaften und Fähigkeiten:

  • Kreativität
  • Empathie
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kritisches Denken
  • Gutes Urteilsvermögen
  • Networking

Doch auch kreative Berufe sind nicht sicher und werden in Zukunft zumindest einen Wandel durchlaufen. Insgesamt sind die Berufsbilder der Zukunft weniger starr und die Arbeit zeichnet sich durch wechselnde Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche aus. Wer hier mithalten möchte, muss sich ständig um Weiterqualifikationen bemühen und die Arbeitgeber immer wieder aufs Neue von sich überzeugen.

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Wandel der Beschäftigungsverhältnisse

Nicht nur die Aufgabenfelder, sondern auch die Beschäftigungsverhältnisse sind im Wandel. Auf jeden Fall gibt es eine Tendenz zur Selbstständigkeit, da die Leute heute eher projektweise beauftragt als dauerhaft eingestellt werden. Das lässt sich auch an der Zunahme an Vermittlungsplattformen für Freelancer aus ganz unterschiedlichen Bereichen erkennen: Egal ob Sie einen Computerspezialisten für Ihr Unternehmen, ein Taxi für die Fahrt zum nächsten Meeting oder einen Gärtner für das Eigenheim brauchen – online lässt sich die richtige Person dafür finden.

Beim Clickworking oder Crowdworking lagern Unternehmen Teilaufgaben an einzelne oder eine Gruppe von Fremdarbeitern aus. Arbeitskräfte werden also flexibel nach Bedarf rekrutiert und gegebenenfalls lässt sich das Wissen oder die Kreativität der Gruppe nutzen. Ein ähnliches Konzept verfolgt das Mitarbeiter-Sharing, wobei die Mitarbeiter von mehreren Unternehmen beschäftigt oder projektweise an ein anderes Unternehmen „ausgeliehen“ werden.

Arbeit 4.0 Mitarbeiter Sharing

Umgekehrt haben Mitarbeiter die Möglichkeit, sich eine Stelle mit einer anderen Person zu teilen. Die beiden arbeiten dann sehr eng zusammen und teilen sich sowohl die Aufgaben als auch die Arbeitszeiten untereinander auf. Das Jobsharing erfordert zwar viel Koordination, doch hierbei kann mit weniger Aufwand mehr erreicht werden und es kommt seltener zu Ausfällen, da im Notfall der Jobsharing-Partner einspringen kann.

Im Zeitalter von New Work lässt sich damit immer weniger sagen, ob Mitarbeiter nun angestellt sind oder selbstständig arbeiten. Denkbar ist zudem eine Kombination der verschiedenen Beschäftigungsformen. Auch bei der Arbeit innerhalb eines Unternehmens wird die Arbeit immer seltener in Abteilungen, sondern vielmehr in Projekte aufgeteilt. Dies erleichtert die Koordination von festen und projektbezogenen externen Mitarbeitern. Auch Arbeitgeberwechsel werden immer stärker zur Norm.

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Flexible Arbeitszeiten

Der Bedarf an Flexibilität wächst: Die einen wünschen sich mehr Zeit für die Familie oder die Umsetzung eigener Projekte, die anderen absolvieren nebenbei eine Weiterbildung oder kümmern sich um die Pflege von Angehörigen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Arbeitszeitmodelle wie die Gleitzeit immer beliebter werden. Die Flexibilisierung bedeutet einen Gewinn an Entscheidungsfreiheit für den Arbeitnehmer, geht aber auch mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung einher. Soft Skills wie Selbstdisziplin und Selbstmanagement sind hier gefordert und müssen unter Umständen erst erlernt werden.

Durch flexible Arbeitszeiten kann jedoch eine bessere Work-Life-Balance geschaffen werden und eine höhere Lebensqualität geht in der Regel auch mit einer besseren Arbeitsleistung einher. Zudem kann die Arbeit an den eigenen Biorhythmus angepasst werden: Einige Menschen sind morgens am produktivsten, andere blühen erst gegen Abend auf.

Wer seine Mitarbeiter also mit festen Arbeitszeiten zwingt, während ihres Leistungstiefs zu arbeiten, darf sich nicht über eine geringere Produktivität wundern.

Gerade für kreative Tätigkeiten ist flexibles Arbeiten eine Voraussetzung, denn Ideen kommen nicht auf Kommando. Außerdem wünschen sich immer mehr Unternehmen Mitarbeiter, die ständig erreichbar sind. Dies ist nötig, um den Anforderungen der digitalen Welt gerecht zu werden.

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Wechselnder Arbeitsort

Die Lockerung der Arbeitszeiten geht häufig auch mit der Flexibilisierung des Arbeitsorts einher. Die Beschäftigten wohnen nicht immer in direkter Nähe zum Arbeitsort und pendeln im Schnitt von Jahr zu Jahr weiter, um zur Arbeit zu kommen. Die Folge ist, dass sie morgens stundenlang im Stau stehen und dann bereits genervt und ausgelaugt im Büro ankommen. Dabei lässt sich die Zeit viel effizienter nutzen, wenn den Mitarbeitern die Option zum Home Office oder für die Arbeit unterwegs gegeben wird. Wie auch bei der New Work geht es stärker darum, dass jemand seine Arbeit gut macht, und weniger darum, wo oder wann er sie ausführt.

In immer mehr Städten gibt es Coworking Spaces, in denen temporär ein Arbeitsplatz gemietet werden kann. Der Vorteil dieser Räumlichkeiten besteht vor allem im Austausch untereinander und dem dadurch entstehenden kreativen Umfeld. Innerhalb von Unternehmen lassen sich durch das Desksharing ähnliche Strukturen etablieren. Die Mitarbeiter haben dann keinen festen Schreibtisch, sondern wählen ihren Arbeitsplatz täglich neu, um eine bessere Produktivität zu erreichen. Will man sich konzentrieren, sucht man sich ein Einzelbüro; wünscht man sich am nächsten Tag den sozialen und kreativen Austausch, wählt man einen Platz auf der Teamfläche. So kann an der Ausstattung von Arbeitsplätzen gespart werden, da in den wenigsten Unternehmen ständig eine hundertprozentige Anwesenheit herrscht und immer einige Plätze unbesetzt bleiben.

Besonders sinnvoll ist Desksharing daher, wenn die Mitarbeiter generell sehr ortsflexibel arbeiten oder zwischen verschiedenen Niederlassungen pendeln. Das erfolgversprechende Konzept funktioniert jedoch nur, wenn sich der eigene Arbeitsplatz leicht auf- und abbauen lässt und der Großteil der Daten und Informationen in elektronischer Form vorliegt.

Zum Arbeiten bedarf es heute jedoch tatsächlich oft kaum mehr als einen Laptop und einen Internetzugang. Einige Mitarbeiter nutzen unter dem Motto „bring your own device“ sogar ihr privates Notebook oder das eigene Smartphone zum Arbeiten.

Zusammen mit der Flexibilität in Bezug auf Arbeitsort und Arbeitszeit verschwimmen so immer mehr die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Für die meisten ist das jedoch kein Problem, da die Arbeit für viele nicht nur Beruf, sondern auch Berufung sein soll. Für immer mehr Leute ist der Sinn der Tätigkeit sogar wichtiger als die Höhe des Verdienstes. Unternehmen können diese Denkweise für sich nutzen, indem sie die Sinnstiftung der Arbeit im Unternehmen fördern und damit die Motivation ihrer Mitarbeiter steigern.

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Dynamischere Arbeitskulturen

Eine offene Unternehmenskultur ist die Grundlage für kreative Ideen und Innovationen. Im Sinne der New Work lösen immer mehr Unternehmen daher ihre starren Rangordnungen zugunsten flacher Hierarchien auf – oder sorgen zumindest für eine starke Verknüpfung der Ebenen untereinander. Die Mitarbeiter nehmen dann nicht mehr nur Anweisungen von oben entgegen, sondern können selbst mitwirken. Ideen werden nicht von einzelnen Spezialisten eingebracht, sondern entstehen aus dem Kollektiv heraus. Damit das Wissenskollektiv voll genutzt werden kann, muss der Teamgedanke innerhalb einer Abteilung oder eines ganzen Unternehmens gestärkt werden.

Um bei all den Freiheiten nicht die Übersicht zu verlieren, ist eine gute interne Kommunikation unabdingbar. Dazu kommt eine lückenlose und transparente Dokumentation aller Arbeitsschritte, die für alle nachvollziehbar ist. Feste Strukturen bleiben also weiterhin von Bedeutung. Wichtig sind auch klare Ansprechpartner; jeder muss wissen, an wen er sich mit welchem Anliegen wenden kann. Das gilt für die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens, ebenso wie für den Kontakt zwischen unterschiedlichen Unternehmen.

Pausen klingen im ersten Moment nach einer Zeitverschwendung. Tatsächlich sind sie aber enorm wichtig für eine gute Leistung. Eine Pausenkultur zu etablieren, kann sich lohnen, um die Kreativität und Produktivität der Arbeit zu steigern.

Wertvoll ist ein Klima zum Wohlfühlen. Das Arbeiten sollte, so gut es geht, Spaß machen, denn Dauerdruck und Missstimmungen verhindern die Produktivität. Auch Angst kann zu Blockaden und Hemmungen führen. Um die Angstschwelle möglichst gering zu halten, bedarf es einer Unternehmenskultur, in der es erlaubt ist, Fehler zu machen und die Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet.

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Mitarbeiterfreundliche Arbeitsplätze

Es liegt nicht mehr nur an den Arbeitnehmern, Leistung zu erbringen. Auch die Unternehmen sind dazu angehalten, den Arbeitsplatz möglichst attraktiv zu gestalten. Das kann schon damit anfangen, den Mitarbeitern kostenlos Obst und Getränke zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Möglichkeit sind gesundheitsfördernde Angebote wie Kurse zur Stressbewältigung, Entspannungsangebote oder Sportkurse zur Auflockerung des Büroalltags. Was zunächst nach unnötigen Kosten klingt, ist eine Investition ins Wohl der Mitarbeiter und damit in ihre Produktivität und Arbeitsmentalität.

Weiterhin nimmt die Forderung nach familienfreundlichen Angeboten zu. Neben flexiblen Arbeitszeiten sind das zum Beispiel firmeninterne Betreuungsangebote. Auf diese Weise können Mütter oder Väter leichter und schneller wieder in den Beruf einsteigen. Das ist für die Unternehmen in Zukunft wichtig, denn sie werden es sich nicht leisten können, auf die oft gut ausgebildeten Eltern zu verzichten.

Arbeit 4.0 Mitarbeiterangebote

Gleichzeitig müssen die Arbeitsplätze an die Bedürfnisse von älteren Menschen angepasst werden, da wir immer später in Rente gehen. Aufgrund des demografischen Wandels sind wir auf ältere Arbeiter angewiesen und das wiederum bedeutet ein lebenslanges Lernen. Unternehmen sollten den Austausch zwischen Jung und Alt fördern, denn sie können voneinander profitieren. Die älteren Mitarbeiter haben einen großen Erfahrungsschatz und können dadurch als Mentoren für die Neueinsteiger dienen; umgekehrt bringen die Jüngeren frischen Wind ins Unternehmen und helfen älteren Kollegen dabei, sich im digitalen Dschungel zurechtzufinden.

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Vier Risiken der neuen Arbeitsstrukturen

  1. Datenschutz: Bereits jetzt werden in den meisten Jobs unglaublich viele Daten produziert und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Bei der Nutzung privater Geräte für die Arbeit besteht jedoch das Problem, dass die Daten nicht kontrolliert verarbeitet werden, obwohl es die Pflicht der Unternehmen ist, sensible Daten zu schützen. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die Daten vor der Konkurrenz zu schützen oder das Entstehen gläserner Mitarbeiter zu verhindern.
  2. Kontrolle: Viele Unternehmen schrecken vor den flexiblen Arbeitsformen auch aufgrund der fehlenden Überwachungsmöglichkeiten zurück. Hier besteht die Herausforderung darin, neue Rahmenbedingungen zu schaffen und zum Beispiel neue Plattformen zum gemeinsamen Arbeiten und dem Festhalten der Arbeitszeiten zu entwickeln. Außerdem kann ein Vertrauensvorschuss in die Mitarbeiter auch zu einer höheren Selbstmotivation und folglich besseren Leistung führen.
  3. (Über-)Forderung: Ein weiteres Risiko besteht in einer Überlastung infolge der dauerhaften Erreichbarkeit und der potenziell unbegrenzten Arbeitsmöglichkeit. Damit verbunden sind auch unrealistische Erwartungen und ein selbst auferlegter Leistungsdruck, die zu psychischen Problemen führen können. Um das zu verhindern, sind klare Regeln und eine Anpassung der Arbeitsschutzgesetze nötig.
  4. Nutzung von KI: Rechtliche und vor allem ethische Entscheidungen sind gleichsam in Bezug auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz zu treffen. Hier geht es zum Beispiel um Fragen rund um die Eigentums- und Persönlichkeitsrechte im Rahmen vernetzter Zusammenarbeit. Allgemein gilt es, Konzepte für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI zu entwickeln. Wichtig ist dabei nicht nur eine gute Balance der Arbeitsteilung, sondern auch eine klare Festlegung des jeweiligen Rollenverständnisses.

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Potenziale der Arbeit 4.0 für die Digitale Transformation

Trotz gewisser Risiken und Herausforderungen bedeutet „Arbeit 4.0“ eine große Chance für den digitalen Wandel im Unternehmen. Denn wer sein Unternehmen erfolgreich transformieren will, muss bereits auf der Mikroebene – also bei den Arbeitsstrukturen – mit der Veränderung beginnen.

Veraltete Arbeitsmuster führen zu veralteten Denkmustern, mit denen die Digitalisierung kaum möglich ist.

Die Geschwindigkeit in Unternehmen nimmt immer weiter zu und die Mitarbeiter müssen dabei mitgehen. Sie sind im besten Fall multitaskingfähig und besitzen gleichzeitig die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Wichtige Soft Skills wie diese, aber auch andere Qualifikationen können im Rahmen von Weiterbildungen und Umschulungen erlernt werden. Hierfür eröffnen sich durch die Digitalisierung neue Methoden wie zum Beispiel das E-Learning, das dank seiner Zeit- und Ortsunabhängigkeit leichter mit dem Beruf vereinbar ist und nebenbei absolviert werden kann.

Viele hoch qualifizierte Mitarbeiter fordern heutzutage auch von sich aus mehr Freiheit und Flexibilität in Bezug auf ihre Arbeitsweise ein. Wer also gute und zukunftsorientierte Mitarbeiter für sich gewinnen möchte, sollte ihnen genau das bieten. Trotzdem darf nicht davon ausgegangen werden, dass alle Mitarbeiter den Wandel zur New Work offen begrüßen. Um die verschiedenen Einstellungen zu vereinen, ist ein gutes Change Management nötig. Zudem können die Mitarbeiter immer wieder zur Partizipation angeregt werden. Sie sollten sich alle als Teil des Wandels verstehen – sowohl auf Ebene der Arbeitskultur als auch bei der Digitalisierung insgesamt.

Arbeit 4.0 Kreislauf

 

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Fazit

Während Arbeit und Freizeit früher zwei Gegenpole waren, verschwimmen die Bereiche heute immer stärker. Gerade deshalb ist es wichtig, auf eine ausgewogene Work-Life-Balance zu achten. Denn flexible Arbeitsmodelle können sowohl mehr Freiheit als auch eine Dauerbelastung bedeuten. Um Letzteres zu verhindern, sollten trotz aller Flexibilität klare Regeln oder Leitlinien bestehen. In einer Welt im Wandel bedarf es einen beständigen Punkt, an den man sich halten kann. Unternehmen sind also dazu angehalten, ein Gleichgewicht zwischen der größeren Freiheit und dem Mindestmaß an Sicherheit und Beständigkeit finden.

Bisher sind die modernen Arbeitsformen in Deutschland besonders häufig in Startups etabliert. Die großen und mittelständischen Unternehmen hinken oft noch hinterher und können sich hier etwas von der jungen Konkurrenz abschauen. Denn veraltete Arbeitsvorstellungen bremsen auf Dauer den Fortschritt aus. Das Etablieren neuer Arbeitsstrukturen ist essenziell, um in Zukunft erfolgreich zu sein. Doch das ist kein Grund, in Panik zu verfallen. Unternehmen müssen ihre Strategie nicht vom einen auf den anderen Tag auf den Kopf stellen. Stattdessen können sie überlegen, was zum eigenen Unternehmen passt, aus der Vielzahl der Optionen die richtigen auswählen und nach und nach etablieren.

 


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Quellen

https://www.arbeitenviernull.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_4.0

https://www.agentur-jungesherz.de/hr-glossar/arbeit-4-0/

https://www.dguv.de/de/praevention/arbeitenvierpunktnull/index.jsp

https://upload-magazin.de/blog/12887-arbeiten-4-0/

https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/die-neuerfindung-der-arbeitswelt/

https://www.perwiss.de/digitalisierung-und-arbeit-4-0-gestalten.html

https://www.fraunhofer.de/content/dam/zv/de/veranstaltungen/erlebniswelt/wissenschaftsjahr-2018-10thesen-zukunftsarbeit.pdf