03.08.2018

World of Tomorrow I: Virtual Reality im Online-Shopping

Virtual Reality - Hype oder Potenzial für eine Revolution? Konzerte im 360°-Fokus erleben, zu Hause auf dem Sofa Achterbahn fahren oder in der Mittagspause mit Haien im Meer schwimmen. All das wird uns durch diese Technologie ermöglicht oder ermöglicht werden, und sie ist - im Gegensatz zum damaligen "Second Life" (Kennen Sie das noch?), noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt. Ein paar Stolpersteine verhindern noch die Gleichsetzung von VR und echter Realität. Doch welche Aspekte fließen mit in diesen Prozess ein? Und würde man den Faden weiterspinnen, welche Möglichkeiten böte VR bei stetiger Entwicklung für uns Menschen in diversen Bereichen unseres Lebens? Diesen Fragen möchten wir in unserer Artikelreihe „World of Tomorrow“ nachgehen, mit dem ersten Schwerpunkt: Virtual Reality im Online-Shopping. Doch bevor wir zu den Zukunftsgedanken kommen, zuerst ein paar grundlegende Informationen zur Virtual Reality - unter anderem aus dem Blick der Digitalen Transformation.

 

VR Titel

 

 

Was ist VR und welche Möglichkeiten bringt es mit sich?

Der Begriff Virtual Reality taucht zum ersten Mal in dem Roman „The Judas Mandala“ von Damien Broderick aus dem Jahr 1982 auf. Bei VR wird die Wahrnehmung der Wirklichkeit virtuell mittels computerbasierter Technik simuliert. Unterstützt wird diese Realitätsnähe durch eine Darstellung in Echtzeit. Als unerlässliche Faktoren gelten dabei Immersion, Plausibilität, Interaktivität und Wiedergabetreue.

Eine 360°-Kamera ist nötig, um lebensnahe virtuelle Realtitäten zu erschaffen. Sie schafft einen Panoramablick, durch den Virtuelles und Reales für den Zuschauer ein Stück weit miteinander verschmelzen. Als potentielle Steigerung dessen werden in manchen Abhandlungen bereits 3D-360°-Kameras in den Blick genommen. Mit zunehmender Rechenleistung ist allerdings absehbar, dass zukünftige virtuelle Realitäten vollständig vom Computer berechnet werden. Das Instrument, mit dem VR schließlich erlebt wird, ist die VR-Brille, die beim heutigen Stand der Technik noch recht klobig und unhandlich ist.

 

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Einsatzfelder der VR

Ganz klassisch kennen die meisten Verbraucher Virtual Reality im Bereich der Computer- und Konsolenspiele. Unzählige Messen bieten Interessierten Einblicke in die neusten Trends und Gerätschaften, die das Erleben von VR auf ein neues Level heben. Aber auch für den Normalverbraucher gibt es Anwendungsmöglichkeiten der VR: So lässt sich durch das Aufsetzen der Brille aus dem heimischen Wohnzimmer eine Achterbahn zaubern und aus dem Bürotisch das Meer, in dem man neben den bereits erwähnten Haien schwimmen kann. Streaming-Anbieter wie Netflix lassen sich durch die Brille abrufen und es werden erste Musikvideos gedreht, in denen man mit dem Sänger am Strand tanzen oder mit einer Band auf der Bühne von Rock am Ring stehen und auf die Zuschauer blicken kann.

Funktionen VR

VR dient jedoch nicht nur dem reinen Freizeitvergnügen. So entsteht beispielsweise der Bereich der Virtuellen Rehabilitation, durch die sich Patienten mit verschiedenen Störungen zukünftig auf virtuellem Weg behandeln lassen. In den USA wurde bereits begonnen, das System auf Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung anzuwenden. Ebenso soll durch den Einsatz von VR versucht werden, das Stresslevel von Krankenhauspatienten zu reduzieren.

Auch die Forschung macht sich VR zunutze. Wissenschaftler wollen das menschliche Bewusstsein mithilfe der Technologie erforschen und der Frage nachgehen, was das Reale real macht. Die Reize, die durch VR übermittelt werden, könnten diese Fragen beantworten. Es soll deutlich werden, wie unsere Vorstellung vom Realen in uns manifestiert sind und durch Manipulationen mittels VR könnte demnach ein Blick in die menschliche Selbstwahrnehmung eröffnet werden.

 

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Gefahren der VR

Auch wenn es auf den ersten Blick sehr positiv anmutet, sollte Virtual Reality nicht gänzlich ohne Kritik betrachtet werden. Den meisten Menschen ist folgendes Bild wohl nur zu gut bekannt: Eine Menschenmenge steht an der roten Fußgängerampel, die Augen der meisten sind aufs Handy gerichtet. Dass die Ampel mittlerweile auf Grün geschaltet hat, merken so nur die wenigsten und bleiben erst einmal stehen. Oder, noch schlimmer, laufen mit gesenktem Blick auf den Bildschirm über die Straße. Ein anderes Beispiel: Der 15-jährige Sohn kommt von einem kurzen Schultag nach Hause, draußen sind es 25 Grad und die Sonne scheint. Trotzdem setzt er sich sofort vor den Fernseher, schaltet seine Konsole ein und verbringt den restlichen Tag mit dem Gerät in seinem Zimmer. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie viel tiefer Menschen in diesen „Sumpf des Virtuellen“ sinken werden, könnte sich unsere Zukunftsvisionen bewahrheiten? Einige Vorgänge im Leben, so auch der Einkauf von Kleidung, scheinen die Menschen noch vor die Tür zu zwingen und in Bewegung zu bringen. Doch wie sieht die Welt von morgen aus, wenn nicht einmal mehr das nicht virtuell passiert? Ein Gedanke, der die Schattenseiten der Technisierung hervorhebt und für Gänsehaut sorgen kann.

 

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Potenziale der VR

Trotz der oben genannten Kritik, handelt es sich bei Virtual Reality um ein stetig wachsendes Feld. Alle möglichen Lebensbereiche sollen durch den Einsatz der Brillen bereichert werden. So sind beispielsweise Recruiter aus Freizeitparks auf der Suche nach Neuerungen, um innovative Erlebnisse für den Verbraucher zu schaffen und bereits bestehende zu optimieren. Laut der Plattform wired.de besteht in folgenden Bereichen VR-Potenzial:

  • Computer- und Videospiele (41%)
  • Bereisen von Orten (35%)
  • Musikkonzerte (23%)
  • Filme (20%)
  • Sportereignisse (19%)
  • Visualisierung von Wohnungs- und Häuserplanung (19%)

Es wird deutlich: VR breitet sich auf die basalsten Lebensbereiche aus. Grundsätzlich wird ihr sehr großes Potenzial zugeschrieben, das teilweise mit der Innovation des Smartphones gleichgesetzt wird. Damit kommt die Frage auf, welche zusätzlichen Bereiche noch von der VR eingenommen werden können: zum Beispiel der Bereich des Online-Shoppings?

Gebiete VR

 

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Zukunftsgedanken

Etwa die Hälfte aller Deutschen kann sich laut LinkedIn vorstellen, beim Einkaufen durch VR unterstützt zu werden. Im Forschungsbereich der Virtual Reality wird auch schon an Anzügen gearbeitet, die Empfindungen aus der realen in die virtuelle Welt übertragen und umgekehrt.

Es lässt sich eine Welt vorstellen, in der Menschen befähigt sind, ein virtuelles Kaufhaus zu betreten. Avatare, die dem eigenen Körper zum Verwechseln ähnlich sehen und die gleichen Attribute erfüllen (Größe, Maße, Proportionen) wie man selbst, erleichtern das virtuelle Shoppingerlebnis. Betritt man das favorisierte Geschäft, wird man von Beratungsavataren empfangen. Kleidungsstücke in höchster Auflösung können virtuell anprobiert und via Online-Banking, PayPal oder Ähnlichem direkt bezahlt werden. Informationen werden über das Anklicken des Beraters oder des Kleidungsstückes selbst eingeholt. Das sorgt für geringere Umtausch- und Enttäuschungsraten beim Eintreffen der Kleidung in der realen Welt, denn die Hose, der Schuh oder das Kleid sehen in der VR genau so aus wie in Wirklichkeit.

Die großen Ladenketten sind zwar in den meisten Großstädten zu finden, trotzdem gibt es immer auch Läden, die in der eigenen Stadt oder sogar in ganz Deutschland nicht vertreten sind. Im Zeitalter des Online-Shoppings sind diese regionalen Grenzen zwar schon aufgeweicht, aber trotzdem noch nicht gänzlich aufgehoben. Wer in Onlineshops von Übersee bestellt, wartet unter Umständen wochenlang auf sein Paket, bloß um am Ende festzustellen, dass das erworbene Oberteil doch nicht passt. Das ist ziemlich ärgerlich, könnte durch VR-Shopping jedoch ein Ende finden. Denn in unserer Zukunftsvision könnte man Kleidung bereits vor dem Kauf anprobieren und diesen erst tätigen, wenn man sich wirklich sicher ist, dass einem das auserkorene Stück gefällt.

VR im Online Shopping

Die Kleidung könnte dem Käufer dann nicht nur im realen Leben zur Verfügung stehen, sondern vielleicht auch in der virtuellen. Der eigene Avatar ließe sich mit den gekauften Teilen einkleiden, damit man auch in der virtuellen Welt individuell und ganz man selbst sein kann. Oder man schafft sich mit seinem Avatar ein alternatives Ich, an dem neue Styles ausprobiert werden, und erwirbt bestimmte Einkäufe extra nur für den Aufenthalt in der virtuellen Welt.

VR-Shopping wäre insgesamt deutlich bequemer, denn dafür müsste nicht einmal das Haus verlassen werden. Außerdem haben virtuelle Kaufhäuser einen entscheidenden Vorteil gegenüber den realen Einkaufscentern: Sie sind nicht statisch, sondern leicht veränderbar. Für jeden Besucher der VR-Shoppingmeile könnte es anders aufgebaut sein und jedes Mal aufs Neue an seine aktuellen Bedürfnisse angepasst werden. Der eine Nutzer ist technikaffin, also tauchen in seiner Einkaufswelt diverse Elektronikläden auf. Der andere Nutzer hat dagegen eine Neigung zu Mode und Beauty, also werden ihm andere Läden angezeigt. Wenn er am nächsten Tag dann nach Büchern sucht, taucht zusätzlich eine Buchhandlung neben den Boutiquen auf. So ließe sich das Shoppingerlebnis maximal individualisieren und würde zu einem neuen, flexiblen Erlebnis werden.

 

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Fazit

Steven Spielbergs Verfilmung von „Ready Player One“ zeigt recht anschaulich, was morgen oder vielleicht auch erst übermorgen mit und in der virtuellen Realität möglich sein könnte. Menschen, die durch das Aufsetzen einer Brille in eine andere Welt eintauchen und Dinge so steuern können, wie sie es möchten. Ein verführerischer Gedanke, der bisher noch in den Kinderschuhen steckt. Dennoch kann man sich bereits heute ausmalen, welche Potenziale VR birgt. So auch im Bereich des Online-Shoppings, das durch den Ausbau der Technologie eine wahre Revolution erfahren könnte. Es bleibt nicht mehr, als abzuwarten und gespannt zu sein, in welche Richtung die Innovation der Virtual Reality noch laufen wird.

 

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Quellen

https://www.linkedin.com/pulse/virtual-reality-mode-oder-mega-trend-reiner-kafitz?articleId=8028103100999132252

https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Realität

https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Rehabilitation

https://www.wired.de/collection/tech/diese-technologien-werden-die-zukunft-der-virtual-reality-bestimmen

https://www.wired.de/collection/life/virtual-reality-vr-hype-holodeck-oculus-rift-vive-playstation-kino

https://www.wired.de/collection/science/virtual-reality-bewusstsein-wissenschaft-experiment