12.01.2018

Interne Verlinkung – ein starker Hebel für Ihren SEO-Erfolg

Wie Sie durch die gezielte Optimierung der Verlinkung Ihre Sichtbarkeit im Netz steigern

Die richtige interne Verlinkung ist in vielen Fällen ausschlaggebend, um die Rankings der eigenen Webseite positiv zu beeinflussen. Mit einer optimierten internen Verlinkungsstruktur können einzelne Seiten oder auch bestimmte Bereiche einer Webseite gezielt gestärkt werden, um bessere Platzierungen in den Suchergebnissen zu erreichen und beispielsweise den Umsatz bestimmter Produkte zu steigern. Wie genau das funktioniert und was einen guten internen Link ausmacht, erklären wir Ihnen in diesem Blogartikel. Dafür zunächst ein paar Grundlagen.

 

 

Was sind interne Verlinkungen?

Mit internen Links sind die Verlinkungen innerhalb einer Webseite gemeint und zwar sowohl die Links der Seitennavigation als auch Verlinkungen im Textbereich. Sie machen den Nutzern und Suchmaschinen sichtbar, welche Unterseiten besonders wichtig sind und unterstützen den Aufbau der Seitenstruktur. Gerade bei umfangreichen Seiten ist ein so bewusster Aufbau sinnvoll.

Ein anderer Linktyp sind externe Links oder Backlinks, die von einer fremden Webseite auf die eigene Domain verweisen. Umgekehrt zeigen ausgehende Links von der eigenen Webseite auf andere Internetadressen.

All diese Linktypen können entweder als dofollow- und nofollow-Links auftauchen. Die Codierung entscheidet darüber, ob der Google-Bot dem Link beim Crawlen folgt oder nicht. Sowohl externe als auch interne Verlinkungen können eine Seite stärken und ihre Suchmaschinenrelevanz steigern. Wichtige Ranking-Faktoren für die Suchmaschinen sind dabei die Anzahl und der Wert der Links. Die meisten Links zeigen in der Regel auf die Startseite einer Domain, eine optimale Verlinkungsstruktur ist jedoch tiefgreifender. Interne Verlinkungen steuern die Struktur einer Seite und sind bedeutend, weil sie den Pagerank einzelner Unterseiten verbessern können.

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Was ist der Google Pagerank?

Der Pagerank ist ein Algorithmus von Google für die Bewertung von Links, die auf eine bestimmte Seite zeigen. Wichtig ist dabei nicht nur die Anzahl an Verlinkungen, sondern auch die Gewichtung einzelner Links. Der Algorithmus bestimmt darüber die Linkpopularität, die zusammen mit anderen Faktoren zur Platzierung in den Suchergebnissen beiträgt. Grundsätzlich wird eine Seite umso besser bewertet, je häufiger auf sie verlinkt wird. Dazu kommen andere Faktoren, wie die Wertigkeit der Linkgeberseite.

Der Pagerank wird nicht für eine Webseite insgesamt ermittelt, da jeder Unterseite der Domain ein eigener Wert zugeordnet wird. In den meisten Fällen verfügt die Startseite über den höchsten Pagerank, da hierauf die meisten Backlinks verweisen.

Zur Ermittlung des Pageranks werden verschiedene Modelle herangezogen: Beim Random Surfer Model wird die Wahrscheinlichkeit ermittelt, mit der ein zufälliger Internetsurfer durch das Verfolgen von Links auf Ihrer Seite landet. Eine Weiterentwicklung dieses Zufalls-Surfer-Modells ist das Reasonable Surfer Model. Hier wird von einem rationalen Surfer ausgegangen; Links, auf die dieser Surfer eher klicken würde, werden höher gewichtet. Dieses Modell ist damit deutlich realitätsnäher.

Relevant wird der Pagerank, wenn es um die Frage geht, wann und in welchem Ausmaß Links eine Seite stärken können. Darüber entscheidet der Linkjuice, in den unter anderem der Pagerank hineinfließt.

Grafik Pagerank

 

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Die Bedeutung von Linkjuice

Linkjuice beschreibt die Anzahl und Qualität von Backlinks. Es ist ein abstraktes Konzept, das sich nicht genau messen lässt und mehrere Bewertungsfaktoren einer Webseite zusammenfasst. Herein zählen Eigenschaften wie der eben beschriebene Pagerank, der Trustrank oder die Position in den Suchergebnissen. Durch eine Verlinkung können diese Eigenschaften gesammelt an die Zielseite weitergegeben werden.

Das Konzept des Linkjuice ist für die Suchmaschinenoptimierung also relevant, weil damit der Linkpower einer Seite an eine andere weitergereicht werden kann. Auch wenn jedes Mal ein Bruchteil des Linkjuice verloren geht. Befinden sich auf einer Seite viele Links, gibt sie jeweils weniger Linkjuice an die verlinkten Seiten ab. Ist dagegen nur ein einziger Link integriert, bekommt die Zielseite umso mehr Linkkraft ab.

Das lässt sich gut dem Einschenken von Saft vergleichen: Wenn wir eine Saftflasche und ein Glas haben, können wir dieses Glas bis zum Rand füllen. Müssen wir dagegen ganz viele Gläser befüllen und haben wieder nur eine Saftflasche zur Verfügung, landet in jedem Glas nur ein Schluck Saft.

Obwohl der Linkjuice über formale Kriterien bestimmt wird, darf der Inhalt einer Seite nicht vernachlässigt werden. Denn am Ende ist es eben dieser Content, der verlinkt wird und der mit über die Relevanz einer Seite entscheidet.

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Zusammenspiel von Inhalt und Struktur

Um eine sinnvolle Seitenstruktur durch Verlinkungen zu schaffen, ist es wichtig, sich zunächst einen Überblick über den vorhandenen (möglichst guten) Content zu schaffen. Der Content entscheidet über die inhaltliche Relevanz einer Seite und durch WDF*IDF-Analysen kann das Ranking einer Seite verbessert werden. Doch guter Content allein reicht für den Erfolg nicht aus. Die Seitenstruktur bestimmt die interne Gewichtung der Inhalte und bietet sowohl den Nutzern als auch den Crawlern der Suchmaschinen Orientierung.

Durch interne Verlinkungen werden Beziehungen zwischen den Themen hergestellt und je mehr Verknüpfungen bestehen, desto wichtiger wird ein Thema eingestuft. Für den optimalen Seitenerfolg müssen daher Content und Struktur aneinander angepasst werden. Mit internen Verlinkungen werden die beiden Faktoren verbunden und stärken gemeinsam die gewünschten Seiten. Damit das funktioniert, müssen einzelne Seiten zunächst von außen möglichst viel Linkkraft abbekommen. Hierfür sind externe Links wichtig.

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Externe Links bringen Linkjuice auf die Zielseite

Durch externe Links erhält eine Webseite Linkjuice und im besten Fall wird die Linkkraft direkt auf die gewünschte Zielseite geleitet. Andernfalls kann sie durch interne Verlinkungen an diese vererbt oder gleich auf verschiedene Unterseiten verteilt werden. Wie genau das funktioniert, wird im nächsten Absatz konkreter erläutert.

Unterschieden wird zwischen Deeplinks und Startseitenlinks. Deeplinks sind Verlinkungen, die spezifisch auf die Unterseite einer Domain verweisen. Im Optimalfall zeigen nicht alle externen Links auf die Startseite und bestenfalls handelt es sich bei den meisten Backlinks um dofollow-Links, da nur diese den wertvollen Linkjuice vererben.

Externe Links beeinflussen außerdem das Vertrauen der Suchmaschine in eine Seite. Dabei kommt es nicht nur auf die Anzahl der Links an, sondern vor allem auch auf ihre Wertigkeit. Ein Link ist wie eine Empfehlung und wenn uns ein guter Freund etwas nahelegt, schätzen wir dies mehr als die Empfehlung eines Fremden. So ähnlich verhält es sich auch bei den Suchmaschinen: Vertraut Google einer Webseite, kann dieses Vertrauen über externe Links an Ihre Webseite weitergegeben werden und desto eher vertraut die Suchmaschine dann auch den internen Links Ihrer Seite.

Besonders wichtig ist bei alldem ein möglichst natürlicher Backlinkaufbau, denn alles andere wird von den Suchmaschinen abgestraft und hat Konsequenzen für das Ranking und den Seitentrust.

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Vererbung von Linkjuice durch interne Links

Mithilfe von internen Verlinkungen kann die Vererbung bewusst gesteuert werden. Die Hauptseite verfügt über den meisten Linkjuice und von dort aus werden die verlinkten Unterseiten anteilhaft versorgt.

Grafik Linkjuice Vererbung

Diese Linkjuice-Verteilung einer Webseite wird oft mit einer Sektgläser-Pyramide verglichen. Die Gläser repräsentieren die einzelnen Unterseiten und die Sektflaschen die externen Links, die ihren Linkjuice abgeben. Befindet sich nur ein Glas auf der oberen Ebene, wird es komplett mit Sekt befüllt. Von dort aus läuft der Sekt auf die nächsttiefere Ebene herunter. Je mehr Gläser sich auf einer Ebene befinden, desto weniger Sekt bekommen sie jeweils ab. Außerdem werden die Gläser der unteren Ebenen mit weniger Sekt versorgt als die Gläser der oberen.

Für eine optimale Linkjuice-Verteilung ist ein gleichmäßiger Aufbau ohne Lücken in der beschriebenen Pyramide wichtig. So wird eine gleichmäßige Verteilung gewährleistet, wenn sie nicht bewusst anders durch die internen Verlinkungen gesteuert wird.

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Interne Verlinkungen haben zahlreiche Vorteile

Interne Links können externe Links nicht ersetzen und andersherum. Erst durch ihr Zusammenspiel können die SEO-Potenziale einer Webseite voll ausgeschöpft werden. Die externen Links bringen neuen Linkjuice auf die Seite, die internen Links verteilen ihn. Der größte Vorteil interner Verlinkungen gegenüber externen ist die enorme Selbstbestimmtheit. Sie können selbst darüber entscheiden, wohin Sie verlinken und welchen Ankertext Sie verwenden. Die Wahl des Ankertexts ist dabei von enormer Bedeutung. Er sollte den Inhalt der Zielseite gut wiederspiegeln, sodass er sowohl den Nutzern als auch den Suchmaschinen bei der Orientierung und Bewertung des Links hilft.

Je nach Größe der Webseite ist es beinahe unmöglich, alle Unterseiten mit seriösen Backlinks zu versorgen. Durch interne Links können Sie auch auf Seiten verlinken, zu der noch keine externe Verlinkung besteht. Der Aufbau interner Verlinkungen ist weniger riskant als der Backlinkaufbau, theoretisch gibt es kein Limit für die Anzahl an internen Verlinkungen, natürlich sollten sie trotzdem möglichst sinnvoll sein. Im Zweifelsfall können interne Links jederzeit und deutlich einfacher als externe Links verändert oder entfernt werden.

Die interne Verlinkung trägt außerdem zu einer besseren Nutzerfreundlichkeit bei. Die Nutzer müssen nicht jedes Mal zur Navigation zurückkehren, sondern bekommen weitere relevante Informationen direkt vorgeschlagen. Dadurch halten sich die Nutzer tendenziell länger auf der Webseite auf, was sich positiv auf das Ranking in den Suchergebnissen ausübt. Damit all diese Vorteile voll ausgeschöpft werden, gibt es einige Kriterien, die beim Linkaufbau beachtet werden sollten.

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Merkmale eines guten internen Links

Das oberste Ziel eines internen Links ist es, möglichst häufig geklickt zu werden. Einen goldenen Weg dahin gibt es nicht, doch tendenziell sollte der Link…

…nicht in der Seitenleiste, sondern im Content-Bereich untergebracht werden.

…möglichst am Anfang des Textes stehen. (Hier liegt der Fokus der Nutzer.)

…sich durch eine andere Farbe, Unterstreichungen oder Fettdruck vom übrigen Text abheben.

…den Lesefluss nicht stören und im Zusammenhang mit dem Textinhalt stehen.

…mit möglichst wenigen anderen Links auf der Seite konkurrieren müssen.

…ein dofollow-Link sein, um keinen Linkjuice zu verlieren.

 

Der Ankertext sollte dabei, wenn nötig, dem Lesefluss angepasst werden und nicht aus belanglosen Wörtern wie „hier“ oder „weiterlesen“ bestehen. Stattdessen sollte er relevante Keywords enthalten und zwar nach Möglichkeit immer die gleichen, wenn von unterschiedlichen Seiten auf dieselbe Zielseite verlinkt wird. Gleichzeitig sollten Sie das gleiche Keyword nicht zum Verlinken auf unterschiedliche Zielseiten verwenden, sondern individuelle Linktexte für jede Zielseite wählen. So geben Sie den Suchmaschinen ein klares Signal, welche Zielseite zu welchem Keyword gehört.

Es bringt nur wenig, wahllose Begriffe in den Text einzubauen, nur um sie verlinken zu können. Das führt selten zum Erfolg, denn die Verlinkungen sollten thematisch zueinander passen. Warum eine solche Trennung sinnvoll ist, beschreibt die Siloing-Methode.

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Zielführende Verteilung durch die Siloing-Methode

Die Siloing-Methode zielt darauf ab, eine klare und logische Seitenstruktur zu schaffen. Die Webseite wird nach verschiedenen Themengebieten geclustert, um Schwerpunkte zu setzen. Diese einzelnen Kategorien werden mit Silos verglichen, die klar voneinander abgetrennt sind. Die Inhalte der Themengebiete sollten sich also nicht vermischen, sondern klar voneinander abgrenzbar sein. Auch die Verzeichnisstruktur wird anhand der Themengebiete festgelegt.

Grafik Linkjuice Silos

Zwischen den einzelnen Themengebieten werden keine Verlinkungen aufgebaut, sondern die Links sollten jeweils nur zu den entsprechenden Unterseiten eines Bereichs führen. Dadurch wird eine speziellere Themenausrichtung erreicht und auch die Suchmaschinen können die Themenbereiche besser auseinanderhalten. Die Gewichtung der einzelnen Kategorien und Verteilung des Linkjuice richtet sich dann nach dem Angebot der einzelnen Kategorien bzw. der Anzahl ihrer Unterseiten. Darüber hinaus können einzelne Unterseiten besonders hervorgehoben werden.

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Gezielt wichtige Seiten stärken

Durch eine geschickte Steuerung des Linkjuice können Sie wichtige Seiten stärken und eine sinnvolle Hierarchie der Unterseiten Ihrer Domain erstellen. Damit alle Inhalte möglichst schnell erreichbar sind, sollte die Webseite aus möglichst wenigen Seitenebenen bestehen. Diese flache Struktur ist sowohl nutzer- als auch suchmaschinenfreundlich. Wichtige Kategorien und Seiten sollten mit maximal zwei Klicks von der Hauptseite aus zu erreichen sein, damit sie mehr Linkkraft abbekommen. Je mehr Links zu einer Unterseite führen, desto wichtiger wird diese Seite eingestuft. So kann durch die interne Linkpopularität eine Gewichtung der Unterseiten vorgenommen werden. Die Verteilung sollte dabei pyramidenartig erfolgen. Das bedeutet, die meisten Seiten werden als unwichtig eingestuft, weniger Seiten als normal oder wichtig und nur ganz wenige sind Top-Seiten.

Grafik Linkjuice generell

Es lohnt sich, besonders traffic-starke Seiten zu identifizieren und mithilfe ihres Linkjuice weniger starke, aber passende Unterkategorien zu stützen. Auch durch Weiterleitungen und Zugriffssteuerungen lässt sich der Linkjuice beeinflussen. Unterseiten wie die AGBs oder das Impressum sollten so eingerichtet werden, dass sie keinen Linkjuice von der Startseite abbekommen, damit dieser für andere Unterseiten zur Verfügung steht. Dafür genügt leider nicht mehr die Einrichtung eines nofollow-Links, denn diese werden bei der Berechnung der Linkjuice-Anteile mitbewertet, auch wenn der Linkjuice nicht an sie vererbt wird. Stattdessen lässt sich durch JavaScript oder robots.txt auf diese Lenkung Einfluss nehmen.

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Drei goldene Regeln für die interne Verlinkung

  1. Keywordtargeting: Bei Verlinkungen zur gleichen Zielseite immer dasselbe Keyword benutzen. Für unterschiedliche Seiten dagegen unterschiedliche Ankertexte verwenden.
  2. Links regelmäßig überprüfen: Funktionieren sie noch? Ist die Zielseite noch erreichbar? Ansonsten: Weiterleitungen einrichten oder den Link anpassen, um keinen Linkjuice zu verlieren.
  3. Interne Links sinnvoll setzen und den Linkaufbau nicht übertreiben. (Die optimale Linkanzahl hängt unter anderem von der Webseitengröße ab.)

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Fazit

Interne Verlinkungen lassen sich verhältnismäßig einfach einrichten und haben trotzdem einen großen Effekt. Sie lassen eine Seite nicht nur strukturierter erscheinen, sondern können auch zu einem besseren Ranking in den Suchergebnissen beitragen. Das beschränkt sich nicht nur auf die Startseite der Domain. Gerade spezifischere Unterseiten können mithilfe einer Stärkung durch interne Links zu ihren konkreten Keywords besser ranken.

Lassen Sie den wertvollen Linkjuice also nicht ins Leere verlaufen. Arbeiten Sie lieber eine gute Verlinkungsstrategie aus, um die SEO-Potenziale Ihrer Webseite voll auszuschöpfen.